Maastricht – Ein kulinarischer Spaziergang

Um dem Alltag zu entfliehen möchte man vielleicht einfach mal etwas anderes sehen. Zumindest ging es uns so und wir machten uns auf nach Maastricht. Wer günstig parken will kann das auch in der Nähe der Innenstadt tun, trennen tut einen nur ein kleiner Spaziergang durch einen schönen Park, dann noch vorbei an ein paar alten Gemäuern und schon ist man am Rand der Innenstadt und ganz nah an ein paar wunderschönen Geschäften. Nicht nur, dass es in Maastricht ein paar nette kleine Handwerksläden mit hochwertigen Kunst- und Bekleidungsstücken zu entdecken gilt, auch kulinarisch muss man hier nicht zu kurz kommen.

Dabei rede ich aber nicht von Restaurants, sondern von kleinen Produzenten und Shops in denen man Spezialitäten und kleine Kostbarkeiten erwerben kann.

Wir waren zwar schon häufiger in Maastricht, aber diesmal „verirrten“ wir uns in ein paar kleine Nebengässchen und das war wirklich das Beste, was uns passieren konnte.

Direkt auf unserem Weg vom Parkplatz, kamen wir bei Adriaan de Smaakmaker vorbei. Ein kleiner uriger Laden wo sich die Regale unter hausgemachten Leckereien bogen. Marmelade, Senf, Chutneys, Mayonnaise und und und…nenn es und sie haben es. Das Geschäft besteht bereits seit über 30 Jahren und liefert seitdem Köstlichkeiten im Glas.

Weiter ging es in Richtung Innenstadt und plötzlich standen wir vor der Bischofsmühle. Hier wird noch richtiges Brot gebacken und schon vor dem Schaufenster zieht einen der Duft magisch durch die Tür. Alles dreht sich hier um Dinkel, in Holland auch Spelz genannt, und im Regelfall stehe ich dieser Art von Getreide sehr skeptisch gegenüber. In meiner Jugend habe ich mal eine Dinkelpizza probiert, seitdem habe ich darum einen großen Bogen gemacht, das Geschmackserlebnis war doch zu „eindrücklich“. Das hielt meine bessere Hälfte natürlich nicht davon ab, in den Laden zu stürmen und einen Haufen Kleinigkeiten zu kaufen. Und die Sachen waren wirklich sehr gut. Wir essen mittlerweile nur noch selten Brot oder Brötchen, unter anderem weil die Qualität meistens nicht stimmt und wir einfach keine Zeit haben selber zu backen. Aber das hier war quasi eine Offenbarung. Hier ist die Welt der handwerklichen Brotherstellung auf jeden Fall noch in Ordnung.

Nebenan konnte man sogar noch das Mühlrad besichtigen und sich zum Essen hinsetzen. Ein kurzer Abstecher und ein kleines Teilchen auf die Hand, wie zum Beispiel ein Mini-Nuss- oder Früchtekuchen sind ein guter Einstieg in den Tag.

Weiter ging es durch die schönen alten Gassen und plötzlich wies mich meine Begleiterin auf einen Chocolatier hin. Sollte ich diesen bei meinem letzten Besuch etwa übersehen haben? Puh, nein, hatte ich Gott sei dank nicht, denn wir hatten Glück und kamen gerade richtig zur Eröffnung. Das DARQ ist leider leicht zu übersehen, da es zum einen eher zurückversetzt liegt und zum anderen die Beschilderung nicht sooo auffällig ist. Hier wirkt der Chocolatier Ralph Hagen bzw. verkauft er hier seine Pralinen und weitere Werke aus Single-Origin-Schokolade, häufig auch kandierte Früchte. Die Kaffeeliebhaber unter euch können sich auf einen Espresso aus einer Spirit von Kees van der Westen freuen.

Ein kleiner Spaziergang über die Brücke und man befindet sich wieder in einem niedlichen kleinen Viertel mit ein paar schönen Geschäften und Restaurants. Schon beim letzten Besuch stach hier Le Salonard heraus, ein kleines, etwas beengtes Ladenlokal. Die Regale sind gefüllt mit Käse, Wein, Würsten und Öl. Wenig Licht fällt herein, da sich die Brote ausladend das ganze Schaufenster hoch stapeln. Die Früchtebrote, welche fast nur aus Früchten zu bestehen scheinen, sind der Wahnsinn. So etwas findet man nur selten.

Wer jetzt noch Geld übrig hat, der kann sich bei Dille & Kamille mit allerlei notwendigem oder auch unnützem für die Küche und den Garten versorgen. Ein Rundgang durch das Geschäft lohnt sich allemal, auch wenn man nichts kauft.

 

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